Der »Stamm der Götter«


Die Túatha Dé Danann werden oft mit »Stamm (oder Volk) der Göttin Danu« übersetzt, früher auch unter den Namen Túatha Dé (Stamm der Götter) bekannt. Sie waren ein Volk aus der irisch-keltischen Mythologie und gelten als die Hauptgötter des vorchristlichen, gälischen Irland.

Den Mythen zufolge sollen die Túatha Dé Danann die Kinder von Danu (auch Dan oder Dana genannt, was so viel wie »die Beständige« bedeutet), gewesen sein. Sie galt als die älteste Göttin und Mutter aller Götter und dies war ihr erstes mit übermenschlichen Kräften ausgestattetes Volk himmlischen Ursprungs auf Erden. Mit ihrem ersten Sohn »Dagda« (»der gute Gott« ) zeugte sie die anderen Götter: Nuada, Dian-Cecht, Goibniu, Lir, Midir (auch Midhir) und Lugh. Das Volk der Túatha war sehr hochgewachsen, blondhaarig und mit einem zarten Körperbau sowie großen Kenntnissen in der Magie und der Wissenschaften. Sie kamen aus vier Städten, die sich auf Inseln im nördlichen Meer an den Ecken der Welt befanden. Da war das bedeutende Falias, das leuchtende Gorias, Finias sowie das reiche Murias. In jeder dieser vier Städte wurden die Männer in jungen Jahren von vier Weisen unterrichtet, Semias lehrte in Murias, der Dichter Arias in Finias, Urias in Gorias und Morias in Falias.

Zudem verfügten die Túatha über überragende Kampfkünste und besaßen vier magische Objekte, die man »die vier Schätze (Juwelen) der Túatha Dé Danann« nannte und ihnen überirdische Kräfte verliehen:

- Der Stein von Fal (Lia Fáil) – Dieser magische Stein der Tu-gend (auch Stein des Schicksals genannt) befand sich in
der Stadt Failsund und soll jedesmal vor Freude aufgeschrien haben, wenn sich der wahre König von Irland auf ihn setzte. Bis zur Herrschaft des mythischen Königs Conchobar mac Nessa soll er funktioniert haben. Später brachte man ihn nach Schottland und wurde in der dortigen Abtei als »Stein von Scone« aufbewahrt, bis ihn Edward I. als Kriegsbeute nach England mitnahm.
- Der Kessel des Dagda (Undry) – Das war ein Kessel voller Nahrungsmittel aus Murias, der sich niemals leerte. Lediglich Feiglingen und Eidbrechern verweigerte Undry seine Nahrung.
- Das Lichtschwert des Nuada (claideb/claiomh solais) - Dieses Schwert befand sich in Gorias und sein Besitzer konnte von keinem Feind bezwungen werden.
- Der Speer des Lugh (Sleg) – Mit diesem magischen Speer aus Finias war es unmöglich, sein Ziel zu verfehlen.

Die Túatha herrschten viele Jahre über Irland und waren in zahlreiche Kriege verwickelt. König Nuada führte zum Beispiel die Túatha Dé Danann in eine Schlacht, in der seine Schiffe mittels magischer fíth-fáth-Wolken geschützt wurden und sie landeten auf dem Berg Sliabh-an-Iarainn im County Leitrim in der Provinz Connacht. Nach ihrer Landung verbrannten sie ihre Schiffe und der aufsteigende Qualm soll drei Tage lang den Himmel verdeckt haben und sie so vor ihrem Feind verborgen haben. Doch es kam der Tag, an dem auch die Götter bittere Niederlagen hinstecken mussten und sich gezwungen sahen, Irland zu verlassen. Seitdem wurden sie nie wieder gesehen. Es heißt, sie wären auf die magische Insel Tír na nÓg (Insel der ewigen Jugend), nach Mag Mell (die schöne Ebene) und auf die Insel Emhaim gezogen, einer Insel, die auf vier enormen Bronzepfeilern steht und von den schönsten Frauen bewohnt wird.

Zwar waren die Túatha Dé Danann besiegt worden, aber ihr Volk keineswegs vernichtet.
Nachdem die Túatha Dé Danann von den Milesiern geschlagen wurden, kam es zu Verhandlungen zwischen beiden Gruppen. Da die Túatha die Fähigkeit besaßen, den Milesiern Milch und Getreide zu entwenden, kamen beide darin überein, Irland in zwei Bereiche zu teilen: einen oberirdischen und einen unterirdischen. In den unterirdischen Bereich zogen sich die Túatha Dé Danann zurück1), das heißt in Höhlen, in Berginneres und in Steinhaufen. Ihre Nachfolger nannte man Sidhe oder Menschen der Hügel, später kleine Leute (the wee folk). Die Vorstellung von den Sidhe sind große, hübsche Menschen. Die Sidhe schützen und heilen Menschen und geben ihnen Wissen weiter. Die Sidhe sind normalerweise gütig gegenüber Menschen, wenn Menschen sie aber verärgern oder verletzen, können sie rachsüchtig und boshaft werden.



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